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Aufruf an die Hessische Landesregierung und die Abgeordneten des Hessischen Landtags

     

Die Unterzeichner unterstützen die im § 15 des Entwurfs der Hessischen Landesregierung für ein neues Waldgesetz vom 25. Juni 2012 getroffene Regelung zum Betreten, Reiten und Radfahren im Wald. Auch das Radfahren wird danach auf feste Wege beschränkt. Feste Wege sind ganzjährig mit nicht geländegängigen zweispurigen Kraftfahrzeugen befahrbare Wege. Waldbesitzer können darüber hinaus das Radfahren auch auf anderen Wegen erlauben.

Begründung:
Die Regelung schließt eine Gesetzeslücke, die einen Wildwuchs besonders des Mountainbikings im Wald ermöglicht hat. Besonders durch das Fahren mit Mountainbikes abseits von Waldwegen entstehen innerhalb weniger Tage Pfade, wo zuvor keine Wege waren. Diese sogenannten trails werden schnell auch von anderen Erholungssuchenden wie Spaziergängern und Reitern angenommen. Wo Mountainbiker vermeintlich fahren dürfen und wo nicht, bestimmen einzelne Biker zunehmend selbst.

Diese Entwicklung steht nicht mehr im Einklang mit dem Recht zum freien Betreten des Waldes zum Zweck der Erholung.  Diese Verhaltensweise greift tief und ohne Erlaubnis in die Rechte der Waldeigentümer und in das Recht auf Selbstverwaltung der waldbesitzenden Kommunen ein. Eine klare gesetzliche Definition fester Wege, auf das sich das Betretungsrecht beschränkt, ist überfällig, um andere, im Rang höhere Rechte und Schutzgüter  zu wahren. Die im Entwurf der Landesregierung gewählte Regelung des § 15 greift dieses Anliegen angemessen auf.

Eine Legalisierung sogenannter „Open trails“ ohne die Erlaubnis der betroffenen Waldeigentümer und gegen die Interessen des Jagd-, Arten- und des Naturschutzes lehnen wir ab.

Jeder darf in Deutschland den Wald zum Zweck der Erholung betreten. Das Radfahren und Reiten ist schon seit Einführung des Forstgesetzes in den 1970er Jahren nur auf festen Wegen erlaubt. Mit etwa 250.000 Kilometern geschotterter Forstwege sind die Wälder in Deutschland auch für Radfahrer erschlossen, wie in kaum einem anderen Land der Erde. Die Jägerschaft  als Jagdausübungsberechtigte hat zusammen mit den Waldeigentümern als Jagdrechtsinhaber die Erholung im Wald zu dulden und steht grundsätzlich zu dieser Freiheit der Erholung im Wald.

Das Freizeitverhalten großer Teile der Bevölkerung hat sich in den letzten zwanzig Jahren grundlegend verändert. Die Zahl der Sportarten und der Sporttreibenden im Wald hat stark zugenommen. Es liegt in der Natur der Sache, dass sportliche Aktivitäten abseits der festen Wege immer häufiger in Konflikt mit der forstwirtschaftlichen Nutzung des Waldes, den dortigen Lebensansprüchen vieler wildlebender Tier- und Pflanzenarten und auch jagdlichen Maßnahmen treten. Der Holzeinschlag, die Anlage von Forstkulturen, der Schutz störungsempfindlicher Tier- und trittempfindlicher Pflanzenarten und nicht zuletzt eine effiziente Regulierung der Wildbestände durch gezielte Jagd als gesetzliche Aufgabe werden besonders in stark von Erholungssuchenden frequentierten Gebieten erheblich erschwert, im Extremfall sogar vereitelt. Dies gilt insbesondere für die Durchführung Revier übergreifender Drückjagden im Herbst, bei denen im Einzelfall die zeitweise Sperrung von Wegen zur Sicherheit der Erholungssuchenden und Sport Treibenden dringend geboten sein kann.

Wer den Wald zur Erholung nutzt, ist gleichermaßen dazu verpflichtet, zu seinem Schutz beizutragen sowie die Rechte und berechtigten Interessen anderer zu achten. Die Unterzeichner fordern die Hessische Landesregierung und die Abgeordneten des Hessischen Landtages auf, die im vorliegenden Gesetzentwurf getroffene Regelung zum Betreten des Waldes zu beschließen.

Michael Freiherr von der Tann
Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes

Dietrich Möller
Präsident des Landesjagdverbandes Hessen

 

Download:

Hier finden Sie den Aufruf an die Hessische Landesregierung und an die Fraktionen im Hessischen Landtag.  Bitte lassen Sie diesen Aufruf von möglichst vielen Waldeigentümern, Förstern und Jägern unterschreiben und schicken Sie ihn an das Hessische Umweltministerium und an den Hessischen Landtag.

 

Veröffentlicht unter: Allgemein

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