kopf_6.png

Hesswald.de | Hessischer Waldbesitzerverband » Allgemein » Waldzustand weiterhin nicht zufriedenstellend

Waldzustand weiterhin nicht zufriedenstellend

Der Klimawandel stellt die hessischen Forstbetriebe immer wieder vor Probleme.

Die Vorstellung des hessischen Waldzustandsberichts durch Umweltministerin Lucia Puttrich in Wiesbaden, nehmen Hessens Waldbauern zum Anlass, auf die weiterhin notwendige Stabilisierung der Wälder hinzuweisen.

Folgen des Klimawandels sind immer häufigere Witterungsextreme, zu trockene Frühjahre und Sommer oder zu warme Winter. In den vergangenen Jahren haben immer wieder lokale Tornadostürme dem Wald zu schaffen gemacht. Dabei werden extrem hohe Windgeschwindigkeiten gemessen, denen sogar uralte, dicke Eichen nicht mehr standhalten. Trockenperioden und Stürme schädigen die Wälder, Nadelbäume leiden bei Wassermangel schnell unter Borkenkäferbefall.

Auch wenn Nadelwälder heute mit Laubbäumen durchmischt angebaut werden, um sie stabiler zu machen, sind Schäden durch Witterungsextreme unvermeidbar. Für die betroffenen Forstbetriebe können solche Tornadostürme genauso existenzbedrohend sein, wie die großen Orkanstürme in Jahren 1990, 2001 und 2007. Die Forstbetriebe brauchen dann die Unterstützung des Landes um den Wald wieder aufzubauen. „Solche Katstrophenhilfsmaßnahmen können nicht aus dem laufenden Fördermittel-Haushalt finanziert werden,“ erklärt der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann. „Sonst fehlt das Geld für den Aufbau klimastabiler Wälder oder die Waldkalkung“.

 Die Vitalität der Bäume hängt stark von der Verfügbarkeit der natürlichen Pflanzennährstoffe im Boden ab. Bei vielen Waldböden ist durch den Jahrzehntelangen Säureeintrag aus der Luft der Nährstoffkreislauf gestört. Diese Böden müssen etwa alle 10 bis 15 Jahre durch eine Bodenschutzkalkung gegen weitere Versauerung geschützt werden. Erst dann kommt die Zersetzung des Humus richtig in Gang und die Nährstoffe in den Boden.

Mit Sorge beobachten Hessens Waldbauern, dass Fördergelder zum Aufbau klimastabiler Wälder immer weiter zurückgefahren werden. Während 2010 für die forstliche Förderung noch 3,2 Mio. Euro bereitstanden, stehen nach Information des Waldbesitzerverbandes für  2013 nur noch 1,9 Mio. Euro  zur Verfügung.

„Es wäre fatal, wenn Maßnahmen wie die Kalkung der Nadelwälder oder die Pflege junger Waldbestände aufgrund fehlender Fördermittel nicht mehr durchgeführt werden könnten“, so von der Tann. „Schließlich ist es eine gemeinsame Aufgabe der Waldeigentümer, der Regierung und der Allgemeinheit, Wald zu erhalten und dessen Zustand zu verbessern.“  

Der Waldbesitzerverband hat  Gespräche mit Ministerin Puttrich über eine Aufstockung der Fördermittel aufgenommen.

Veröffentlicht unter: Allgemein

Schreibe einen Kommentar

*

Top