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Interview mit Fernsehmoderator Thore Schölermann

In der Oktoberausgabe der Zeitschrift „Deutscher Waldbesitzer“ ist das nachfolgende Interview mit Fernsehmoderator Thore Schölermann veröffentlicht:

DW: Thore Schölermann, den jüngeren Fernsehzuschauern sind Sie aus der Serie „Verbotene Liebe“ und „The Voice of Germany“ bestens bekannt. Jetzt haben Sie eine politische Talkrunde beim Waldbesitzerverband moderiert. Was verbindet Sie denn mit dem Wald?

Nennt den Wald seine Heimat. Der Fernsehmoderator  Thore Schölermann ist passionierter Waldbauer und Jäger. (Foto: C. Raupach)

Nennt den Wald seine Heimat. Der Fernsehmoderator
Thore Schölermann ist passionierter Waldbauer und Jäger. (Foto: C. Raupach)

Aufgewachsen im Sauerland mit Forst und Jagd hat mich der Wald geprägt und erdet mich bis heute. Durch meinen Beruf bin ich in vielen Städten unterwegs, aber der Wald ist der Ort, den ich Heimat nenne.  Für mich ist der Wald ein Ort zum Durchatmen, ein Ort der Ruhe, aber auch Arbeitsplatz, denn ich versuche so oft es geht noch selbst bei der Bewirtschaftung meines Waldes anzupacken. Das von mir in Wald investierte Geld ist das Einzige, dem ich mit Entspannung vertraue. Ein handfester Rohstoff den ich pflege und hege, denn auf schöne Spaziergänge will ich genauso wenig verzichten wie auf die Abrechnung einer Durchforstung.

DW: Viele Menschen verbinden romantische Bilder mit dem Wald und können sich gar nicht vorstellen, dass man Holz nutzen und damit Geld verdienen kann. Was muss geschehen, damit die jüngeren Menschen den Wald auch als Wirtschaftsbetrieb und Arbeitsplatz begreifen?

Es ist eine Frage der fehlenden Aufklärung und eine fehlende Wertschätzung des Rohstoffes Holz. Gerade in meiner Branche, sehe ich wie wenig Bezug viele Menschen heute zu Rohstoffen aus Wald und Natur haben. Und das ist oft Naivität, meistens aber einfach nur Unwissenheit. Vielen ist nicht klar, dass zum Beispiel für einen Schrank eines schwedischen Möbel-Herstellers die schöne Fichte im Vorgarten gefällt werden könnte, genau wie aus dem „niedlichen“ Kälbchen“ auf Nachbars Wiese mal ein Hamburger für 1,99 € wird.
Das romantische Bild, dass nur ein unberührter Wald auch ökologisch wertvoll sei, ist durch Medien, Politik und Organisationen geschaffen und ist meiner Meinung nach schädlich für einen vernünftigen und realistischen  Bezug zu Wald und Natur.

DW: Die Forstwirtschaft tut sehr viel für den Naturschutz, findet aber besonders bei den Umweltverbänden und manchen Parteien dafür wenig Anerkennung. Wie kann es sein, dass von uns Waldbauern immer noch mehr verlangt wird?

Es kann einfach nicht sein. Wald und Natur ist ein Thema, das emotional sehr gut ausgenutzt werden kann um Stimmungen zu verbreiten. Wenn ich ehrlich bin, zieht sich die Unwissenheit und Naivität bis in die Politik. Im Wahlkampf gehen mache Politiker mit dieser Unwissenheit bei „grünäugigen“ und „realitätsfremden“ Anhängern von Verbänden, die nur ihre Interessen sehen, auf Stimmenfang. Es kann nicht sein, dass privater Wald selbstverständlich als Allgemeingut gesehen wird und es kann nicht sein, dass Einschränkungen der Bewirtschaftung vorgeschrieben aber nicht ausgeglichen werden.

Veröffentlicht unter: Allgemein

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