kopf_6.png

Hesswald.de | Hessischer Waldbesitzerverband » Allgemein » Dem Wald in Hessen geht es gut

Dem Wald in Hessen geht es gut

Die Dritte Bundeswaldinventur stellt dem Wald in Deutschland bzw. in Hessen ein gutes Zeugnis aus. Die Holzvorräte sind in Hessen um 23 Millionen Kubikmeter gestiegen. Somit liegt der durchschnittliche Holzvorrat bei 341 Kubikmeter je Hektar, ganze 8 Prozent höher als noch vor 10 Jahren. Parallel dazu verzeichnet auch das Totholz im Wald eine deutliche Zunahme. Mit durchschnittlich 25,5 Kubikmetern je Hektar hat Hessen den dritthöchsten Totholzvorrat im Bundesländervergleich. Nach Aussage von Umweltministerin Hinz sind die hessischen Wälder „älter, naturnäher, vielfältiger, strukturreicher und vorratsreicher als vor zehn Jahren“.

Dazu der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann:

„Seit der letzten Inventur im Jahr 2002 hat sich der Wald in Hessen bzw. Deutschland weiter positiv entwickelt, obwohl eine Zeitspanne von gerade einmal 10 Jahren für den Wald sehr kurz ist.

Dass dem so ist, haben wir vor allem der Arbeit unserer Förster und Waldbauern im Land zu verdanken. Mit Sachverstand und dem nötigen Augenmaß wirtschaften sie seit Generationen nachhaltig und naturnah und schaffen dadurch die Grundlage für artenreiche und stabile Wälder.

Mit Sorge beobachten wir allerdings den Anstieg der Verbiss- und Schälschäden in unseren Wäldern. Mit einem mittleren Verbissanteil von 34,7 Prozent liegt Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 33 Prozent. Angesichts derart alarmierender Zahlen können wir Überlegungen zu Einschränkungen in den Jagdzeiten auf Schalenwild nicht hinnehmen. Eine waldgerechtere Anpassung ist hier notwendig.

Alles in Allem sind die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur jedoch ein eindeutiger Beleg dafür, dass die multifunktionale Forstwirtschaft in Deutschland einen artenreichen und vielfältigen Wald hervorgebracht hat, der den unterschiedlichen umwelt- und gesellschaftspolitischen Anforderungen der heutigen Zeit Rechnung trägt.

Ich hoffe, dass der gute Zustand unserer Wälder der Politik und dem Umweltschutz ein Grund dafür liefert, um die Debatten über weitere Flächenstilllegungen im Wald zu überdenken. In der Forstwirtschaft schließen sich Ökologie und Ökonomie keinesfalls gegenseitig aus, sondern sind eng miteinander verzahnt. Wir wünschen uns daher die Stärkung eines in die Bewirtschaftung integrierten Naturschutzes, anstelle zunehmender Nutzungsverbote.

Angesichts derart eindeutiger Ergebnisse, wie der Anstieg der Artenvielfalt im Wald, die europaweit höchsten Holzvorräte, die Anreicherung des Laubholzanteils, die Zunahme der Waldfläche, wie auch der bundesweit höchste Anteil naturnaher Wälder, wird die Forderung nach weiteren Flächenstilllegungen in Hessen ad absurdum geführt. In diesem Zusammenhang muss das Ziel der Biodiversitätsstrategie der Landesregierung, 8 Prozent des Staatswaldes und insgesamt 5 Prozent der Hessischen Wälder aus der Nutzung zu nehmen, wie auch die geplante Einführung von FSC im Hessischen Staatswald, noch einmal deutlich hinterfragt werden.

Die Aussagen der Bundeswaldinventur 2014 bestärken uns Waldbesitzer und Forstleute in unserem bisherigen Handeln. Schließlich wirtschaften wir bereits seit 300 Jahren nachhaltig.“

Veröffentlicht unter: Allgemein

Schreibe einen Kommentar

*

Top