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Neuordnung der Naturschutzdatenerhebung abgelehnt

Der Hessische Waldbesitzerverband lehnt die vorgesehene Verlagerung der Naturschutzdatenerhebung, -auswertung und Verwaltung von Hessen-Forst in das Landesamt für  Geologie und Umwelt (HLUG) ab. Stattdessen erwarten die Waldbesitzer deutlich mehr Transparenz, direkte Information und Zusammenarbeit der Naturschutzverwaltung mit den Eigentümern bei der Kartierung und Auswertung von Naturschutzdaten.

„Maßnahmen zum Schutz von Arten und Lebensräumen können nur in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer der Waldflächen erfolgreich organisiert werden,“ sagt der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, Christian Raupach. „Dazu muss der Eigentümer wissen, dass auf seinen Waldflächen naturschutzfachliche Kartierungsarbeiten durchgeführt werden und er muss die Ergebnisse von der Behörde kostenlos zugestellt bekommen, die die Kartierung veranlasst hat.“

Der Auftrag der geplanten neuen Naturschutzabteilung im HLUG lautet, Naturschutzdaten zu erheben, auszuwerten und im Internetprotal „NATUREG“ zu veröffentlichen. Damit kann jeder auf die Daten zugreifen, aber der Waldeigentümer weiß nicht, dass Vorkommen schützenswerter Arten oder Habitat in seinem Wald gefunden wurden. Wenn der Waldeigentümer jedoch keine Kenntnis von schützenswerten Arten in seinem Wald hat, kann er bei der Bewirtschaftung seines Waldes nichts für deren Schutz tun. Ehrenamtliche Naturschützer werden geradezu animiert, den Förstern und Waldeigentümern auf die Finger zu schauen.

„Wenn Kartierungsarbeiten dem Waldeigentümer nicht direkt mitgeteilt werden und er später durch engagierte ehrenamtliche Naturschutzvertreter mit den Ergebnissen konfrontiert wird, entsteht eine Kultur des Mistrauens und des Argwohns. Es geht darum, gemeinsam etwas für den Arten- und Biotopschutz zu tun und deshalb muss der Waldeigentümer von den Behörden als erstes über Ergebnisse den Naturschutzerhebungen erfahren,“ so Raupach. Deshalb sollte die gesamte Naturschutzdatenerhebung, -auswertung und –verwaltung bei Hessen-Forst FENA zusammengeführt werden. Hier gibt es eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern, auf die es aufzubauen gilt.

Die Geschäftsgrundlagen für einen kooperativen Naturschutz haben der Hessische Waldbesitzerverband, der hessische Städte- und Gemeindebund und der Hessische Städtetag 2003 mit dem Hessischen Umweltminister im Rahmenvertrag für den Naturschutz im Wald vereinbart. Frühzeitige Information und Kommunikation sind Voraussetzung für eine erfolgversprechende Zusammenarbeit im Naturschutz. Die Änderung der Naturschutzdatenhaltung erschwert diese Kooperation erheblich und sollte daher unterbleiben.

Hintergrund:

Die Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen haben einen Gesetzentwurf zur Verlagerung der Naturschutzdatenhaltung von Hessen-Forst zum Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie vorgelegt   (Landtagsdrucksache 19/2197). Der Umweltausschuss des Hessischen Landtages führt am 12. November zu diesem Gesetzentwurf eine mündliche Anhörung durch.

Die Stellungnahme des Hessischen Waldbesitzerverbandes finden Sie hier.

Veröffentlicht unter: Allgemein

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