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Waldeigentümer als erste über Naturschutzergebnisse informieren

Der Hessische Waldbesitzerverband lehnt die vorgesehene Verlagerung der Naturschutzdatenerhebung, -auswertung und Verwaltung von Hessen-Forst in das Landesamt für  Geologie und Umwelt (HLUG) ab. Die Regierungsfraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen wollen die erforderliche Änderung des Hessischen Naturschutzgesetzes in dieser Woche im Landtag verabschieden (Drucksache 19/2197).

Statt noch eine Behörde zu beauftragen, Naturschutzdaten zu erheben und zu veröffentlichen, erwarten die Waldbesitzer deutlich mehr Transparenz, direkte Information und Zusammenarbeit der Naturschutzverwaltung mit den Eigentümern bei der Kartierung und Auswertung von Naturschutzdaten. Es kann nicht sein, dass die Öffentlichkeit eher als der Waldeigentümer informiert wird, welche schützenswerten Tier- und Pflanzenarten in einem Wald vorkommen.

„Wer Arten schützen und deren Lebensräume erhalten und verbessern will, sollte in erster Linie mit dem Eigentümer der Waldflächen zusammen arbeiten,“ sagt der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, Christian Raupach. „Dazu muss der Eigentümer als erster die kartierten Arten und Lebensräume von der Naturschutzbehörde mitgeteilt und die Ergebnisse von der Behörde kostenlos zugestellt bekommen.“

Der Auftrag der geplanten neuen Naturschutzabteilung im HLUG lautet, Naturschutzdaten zu erheben, auszuwerten und im Internetprotal „NATUREG“ zu veröffentlichen. Damit kann jeder auf die Daten zugreifen, aber der Waldeigentümer weiß nicht, dass Vorkommen schützenswerter Arten oder Habitat in seinem Wald gefunden wurden. Wenn der Waldeigentümer jedoch keine Kenntnis von schützenswerten Arten in seinem Wald hat, kann er bei der Bewirtschaftung seines Waldes nichts für deren Schutz tun.

Immer häufiger werden Förster und Waldeigentümer wegen angeblicher Verstöße gegen Naturschutzrecht angezeigt, obwohl sie nur ihrer täglichen normalen Arbeit nachgehen. „Wenn Kartierungsarbeiten dem Waldeigentümer nicht direkt mitgeteilt werden und er später durch engagierte ehrenamtliche Naturschutzvertreter mit den Ergebnissen konfrontiert wird, entsteht eine Kultur des Mistrauens und des Argwohns. Es geht darum, gemeinsam etwas für den Arten- und Biotopschutz zu tun und deshalb muss der Waldeigentümer von den Behörden als erstes über Ergebnisse den Naturschutzerhebungen erfahren,“ so Raupach. Deshalb sollte die gesamte Naturschutzdatenerhebung, -auswertung und –verwaltung bei Hessen-Forst FENA zusammengeführt werden. Hier gibt es eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern, auf die es aufzubauen gilt.

Die Geschäftsgrundlagen für einen kooperativen Naturschutz haben der Hessische Waldbesitzerverband, der hessische Städte- und Gemeindebund und der Hessische Städtetag 2003 mit dem Hessischen Umweltminister im Rahmenvertrag für den Naturschutz im Wald vereinbart. Frühzeitige Information und Kommunikation sind Voraussetzung für eine erfolgversprechende Zusammenarbeit im Naturschutz. Die Änderung der Naturschutzdatenhaltung erschwert diese Kooperation erheblich und sollte daher unterbleiben.

Hintergrund:

Die ausführliche Stellungnahme des Hessischen Waldbesitzerverbandes finden Sie unter www.hesswald.de

Veröffentlicht unter: Allgemein

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