5.1.2006 | Brennholz – Chance für Umwelt und den ländlichen Raum
Die kürzlich von der Hessischen Landesregierung erstellte Biomassepotentialstudie hat gezeigt, dass
in den hessischen Wäldern jährlich 1,7 Mio. Kubikmeter Energieholz geerntet werden könnten. Dies
entspricht etwa 367 Mio. Liter Heizöl bzw. einem Wärmeenergiebedarf von 122.000 Einfamilienhäusern.
Trotz der in den letzten Jahren ansteigenden Nachfrage nach Energieholz, bleibt etwa die Hälfte des
potentiellen Energieholzes ungenutzt in den Wäldern.
Der Einsatz von Holz ist vielfältig möglich und reicht vom klassischen Stückholz für
Kachelöfen oder Kamine bis hin zu Holzhackschnitzel oder Holzpellets. Die Heiztechnik ist auch für
den Einsatz im Einfamilienhaus ausgereift, und der Pflege- und Wartungsaufwand entspricht dem einer
Ölheizung. Lediglich die Investitionen für die Einrichtung einer neuen Holzheizung liegen noch
höher als die Kosten für einen Öloder Gaskessel. Die niedrigen Brennstoffkosten gleichen diesen
vermeidlichen Nachteil jedoch rasch wieder aus. So könnte z.B. das Land Baden-Württemberg jährlich
5 Mio. Euro bei den Heizkosten einsparen, wenn ein Viertel des Erdgasverbrauches von
Landesliegenschaften durch Holzhackschnitzen substituiert würde, stellte der dortige
Landesrechnungshof kürzlich fest.
Der Vorteil für die Umwelt liegt auf der Hand. Bei der Verbrennung von Holz entsteht, im
Gegensatz zu den fossilen Energieträgern, nur so viel des schädlichen Treibhausgases CO2, wie
gleichzeitig durch das Wachstum des Waldes gebunden wird. Wird das Holz dazu noch dezentral
verwendet, entfallen lange Transportwege. „Es gibt bereits Waldbesitzer, die neben dem klassischen
Forstprodukt Holz, schon jetzt Wärme und Strom verkaufen“, weist Gero von der Malsburg den Weg in
die Zukunft. Wenn sich genügend Waldbesitzer zusammenfinden, können kleine Holzheizkraftwerke, für
den Wärme- und Energiebedarf im ländlichen Raum, versorgt und betrieben werden. Die Energie- und
Wärmeverbraucher werden durch den Einsatz des Brennstoffs Holz unabhängiger von den ausländischen
Erdgas- und Erdölerzeugern, sowie den großen Energiekonzernen.