4.12.2006 | Forstwirtschaft in Brüssel stärken
Der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael
Freiherr von der Tann, fordert den Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auf, die
Forstwirtschaft auf europäischer Ebene zu stärken.
„Die Forstwirtschaft muss – entsprechend ihrer Bedeutung – in den europäischen
Verfassungsvertrag aufgenommen werden“, erklärte der Waldbesitzerpräsident heute anlässlich der
Übergabe des Weihnachtsbaumes für die Hessische Staatskanzlei in Wiesbaden. Als neu gewählter
stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender und als Ministerpräsident des waldreichsten Bundeslandes
könne er Einfluss nehmen, um das Ungleichgewicht zu anderen Bereichen, die auf europäischer Ebene
geregelt werden, aufzuheben.
Gerade das europäische Umweltrecht bereitet den hessischen Waldbesitzern erhebliche Probleme.
So fehlen in der europäischen Naturschutzrichtlinie „Natura 2000“ wirksame Rechtsvorschriften für
den Ausgleich von Nutzungsbeschränkungen. Die Nachteile, die ein Waldbesitzer aus der Beschränkung
seines Eigentums durch den Staat erleidet, müssen nach deutschem Recht ausgeglichen werden. „Wenn
die europäische Naturschutzrichtlinien gravierende Nutzungsbeschränkungen vorsehen, dann muss die
Europäische Union für eine angemessenen Entschädigung der Betroffenen sorgen“, erklärte von der
Tann.
Einen weiteren Mangel der Naturschutzrichtlinie sieht von der Tann darin, dass die
Waldbesitzer, bei der Auswahl der Schutzgebiete, zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, die
Wahrung ihrer Eigentumsrechte rechtlich überprüfen zu lassen. Einige Waldbesitzer hatten sich gegen
die Aufnahme ihrer Flächen in des Schutzgebietsnetz erfolglos zur Wehr gesetzt. Hier bestehe
dringender Handlungsbedarf.
„Wären die Belange der Forstwirtschaft bei der Umsetzung der Naturschutzvorhaben der EU
berücksichtigt worden, hätte der europäische Naturschutz heute eine wesentlich höhere Akzeptanz bei
den Waldbesitzern“, resümierte von der Tann. Bevor in Brüssel neue Umweltrichtlinien erlassen
würden, sollten zunächst die grundsätzlichen Fragen geklärt und die Erfahrungen aus der Umsetzung
bestehender Richtlinien aufgearbeitet werden.
Sie benötigen :
Foto- und Interviewtermine auch im Wald, Hintergrundgespräche oder mehr Info?
Sprechen Sie uns an:
Christian Raupach, Hessischer Waldbesitzerverband, 0178/7907324