07.11.2008 | Waldzustand ist Indikator für Klimawandel
Der Gesundheitszustand der Wälder ist ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen des
Klimawandels auf die Natur. Die jährlichen Waldschadensberichte geben einen zuverlässigen Eindruck
davon, wie das komplexe Ökosystem Wald auf Witterungsextreme und langfristige Klimaveränderungen
reagiert. Wichtigstes Ziel einer zukunftsgerichteten Forstpolitik ist die Erhaltung der Wälder
durch eine nachhaltige und pflegliche Nutzung.
In den 1980er Jahren wurde von der Forstwissenschaft und den Waldbesitzern der Begriff „
Waldsterben“ in die Welt gesetzt, um auf das dringend notwendige Umdenken in der Umweltpolitik
hinzuweisen. Die daraufhin folgende Welle von Umweltgesetzen hat dazu geführt, dass heute eine
deutlich geringere Säure- und Schadstoffbelastung aus der Luftfracht auf den Wald einwirkt. „Zum
Glück ist der Wald heute noch immer grün und wir stehen nicht vor der in den 80er Jahren
angekündigten Leiche“, so der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von
der Tann, zum diesjährigen Waldschadensbericht. „Hauptursache der Waldschäden waren in der zweiten
Hälfte des letzten Jahrhunderts überwiegend lokale und überregionale Schadstoffemissionen. Heute
hat die Dauerbelastung der Umwelt zu einem weltweiten Klimawandel geführt, der ganz andere
Einflussgrößen auf das Ökosystem Wald ausgelöst hat“. Trockenjahre, wie das Jahr 2003 und immer
häufiger auftretende und heftigere Stürme, wie „Vivian“ und „Wiebke“, „Lothar“, „Kyrill“ und „Emma“
, belasten den Wald in kürzeren Abständen und geben dem Ökosystem kaum Zeit, sich zu
regenerieren.
An den jährlichen Waldzustandsberichten kann abgelesen werden, wie sich der Klimawandel auf ein
komplexes Ökosystem auswirkt. Die Waldzustandsberichte sollten deshalb fortgesetzt und jährlich
vorgelegt werden. Das in den Waldschadensberichten aufgezeigte, anhaltend hohe Niveau der
Waldschäden lässt bezweifeln, ob sich die Wälder angesichts der schnellen Folge von
Witterungsextremen eines Tages wieder stabilisieren werden. Die Forstwirtschaft versucht mit
vereinten Kräften, schlimmere Folgen abzuwenden. Bisher reichen die Erkenntnisse darüber, wie
einzelne Baumarten langfristig auf höhere durchschnittliche Temperaturen, größere Temperatur- und
Niederschlagsextreme und vermehrte Stürme wirklich reagieren werden, nicht aus. Für die
Waldeigentümer und die Forstwirtschaft ist es daher zwingend erforderlich, möglichst frei und
flexibel handeln zu können. Nur dadurch kann das oberste Ziel erreicht werden, den Wald in
Deutschland durch nachhaltige Forstwirtschaft zu erhalten. Es sind weitere Anstrengungen im
Umweltschutz erforderlich, um den Energieverbrauch zu senken, fossile Energieträger durch
umweltfreundlichere Energieformen zu ersetzen und so die Belastung der Umwelt weiter zu
reduzieren.