04.12.2008 | Keine weiteren Belastungen für Forst und Holz
Politische Gespräche
unter dem Weihnachtsbaum. Von der Tann übergibt Ministerpräsident Koch sieben Meter hohe
Küstentanne aus Hessens Wäldern für die Staatskanzlei.
Am 4. Dezember hat der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael
Freiherr von der Tann, im Gespräch mit dem Hessischen Ministerpräsident, Roland Koch, auf die
Sorgen der Forstwirtschaft hingewiesen. "Im Januar 2007 hat der Sturm Kyrill Tausende Hektar Wald
zerstört und etliche Millionen Kubikmeter Holz auf den Markt geworfen", sagte von der Tann
anlässlich der Übergabe eines Weihnachtsbaums für die Hessische Staatskanzlei. "Das letzte
Schadholz wird gerade aufgearbeitet, und jetzt bekommen die Unternehmen der Forst- und
Holzwirtschaft die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüten." Große exportorientierte Sägewerke haben
ihre Produktion bereits massiv gedrosselt, weil der Schnittholzabsatz eingebrochen ist. Die
Bauwirtschaft liege am Boden und der Rundholzabsatz der Forstbetriebe stagniere.
Dietrich Kübler, Präsidiumsmitglied im Waldbesitzerverband und Vertreter der kleinen
Waldbauern sagte, die Forst- und Holzwirtschaft in Hessen trage mit 3,3 Milliarden Euro jährlicher
Bruttowertschöpfung und rund 57.000 Beschäftigten erheblich zur Wirtschaftskraft im ländlichen Raum
bei. Diese gelte es durch geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen zu erhalten.
Die Forstwirtschaft dürfe nicht mit zusätzlich Kosten oder Restriktionen belastet
werden. „Wir haben genug mit den Folgen des Klimawandels und Störungen in den Märkten zu kämpfen“,
so Waldbesitzerpräsident von der Tann. „Weitere umwelt- und naturschutzpolitische Regelwerke wären
jetzt Gift für unsere nachhaltige Forstwirtschaft.“ Von der Tann spielte damit auf die
bevorstehenden Entscheidungen über das Umweltgesetzbuch und Pläne zur Novellierung des
Bundeswaldgesetzes an, bei denen die Hessische Landesregierung im Bundesrat ein gewichtiges Wort
mitzureden habe. „Viele Wirtschaftbranchen orientieren sich an dem Beispiel der nachhaltigen
Forstwirtschaft in Deutschland. Es wäre unverständlich und kontraproduktiv, wenn man ausgerechnet
der Forstwirtschaft zusätzliche Regeln auferlegt,“ betonte von der Tann.
Die grundsätzliche Richtung der Naturschutz- und Umweltpolitik der Hessischen
Landesregierung stimme. Es dürfe nun keine Abweichungen von diesem Kurs zu Lasten der Forst- und
Holzwirtschaft geben.