07.01.2009 | Waldbau nach dem Sturm - Forstbetriebe wappnen sich für den Klimawandel

Waldbauern fordern während der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen mehr Zurückhaltung von den Politikern.
Der Hessische Waldbesitzerverband fordert die Politik auf, alles zu unterlassen, was der Forstwirtschaft neue Hindernisse in den Weg stellt. Die anhaltende Debatte um gesetzliche Waldbaustandards oder eine Kriminalisierung der Forstwirtschaft durch überzogene gesetzliche Artenschutzbestimmungen sind kontraproduktiv und verhindert eine sichere Holzversorgung der Industrie und der Bevölkerung. Auch die Einmischung der SPD, der Grünen und der CDU in die Frage der Forstlichen Zertifizierungssysteme hält der Hessische Waldbesitzerverband für einen schwerwiegenden Fehler. Es ist nicht die Angelegenheit der Politiker, zu entscheiden, nach welchem Zertifizierungssystem die Wälder in Hessen bewirtschaftet werden, sondern eine freiwillige Entscheidung der Waldeigentümer. Die Parteien dürfen die dominierende Stellung des Landesbetriebes Hessen-Forst nicht missbrauchen, um zentrale forstpraktische Fragen zum politischen Spielball zu machen. Waldbau, Forstpraxis und Wirtschaften mit dem Wald sind das Tagesgeschäft der Förster und Waldbauern - nicht das der Politiker.
 
Waldbau nach wissenschaftlichen Erkenntnissen für stabile zukunftsfähige Wälder
Wie muss der Wald von morgen aussehen, um mit den Bedingungen eines veränderten Klimas zurecht zu kommen. Mit diesen und anderen waldbaulichen Fragen befassen sich die hessischen Waldbauern bei den diesjährigen forstwirtschaftlichen Wintervorträgen in Baunatal.
 
Forstleute und Waldbesitzer haben im den letzten zwei Jahren etliche Millionen Kubikmeter gebrochenes und geworfenes Holz nach dem Sturm Kyrill im Januar 2007 aufgearbeitet und zur Weiterverarbeitung aus dem Wald transportiert. Doch damit ist die Arbeit keineswegs beendet. Es gilt, den Wald wieder aufzubauen.
Denn nicht nur für viele Waldbauernfamilien ist der Wald eine bedeutende Einkommensquelle. Der Wald speichert langfristig große Mengen von Kohlendioxyd, ist Rohstoff- und Energielieferant, reguliert den Wasserhaushalt, bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Erholungsräume für Menschen. Außerdem trägt der Wald in erheblichen Maße zur Stabilisierung des Klimas bei.
Nach Aussagen vieler Waldbauwissenschaftler gefährdet schon eine Erwärmung des Klimas um wenige Grad Celsius den Wald und seine Funktionen. Trockenheit, Stürme und bessere Lebensbedingungen für Schadinsekten sind die Folgen. Mit dem klimabedingten Ausfall anfälliger Baumarten drohen zudem Waldbesitzern und der Holzwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Die Waldbauern wollen stabile, zukunftsfähige Wälder für künftige Generationen aufbauen, die dem Klimawandel angepasst sind. Waldbesitzer müssen geschult und fortgebildet werden. Dies kann nur durch ausreichend Fachpersonal geschehen. So sind Anbauempfehlungen geeigneter Baumarten unter Berücksichtigung künftiger Klimabedingungen gerade in Zeiten der Wiederbewaldung von Sturmflächen unerlässlich. Besonders wichtig ist den Waldbauern und Förstern jedoch die Freiheit, den Wald ohne ein enges Korsett von Vorgaben der Politik gestalten zu können.
 
 

 

Ihre Meinung
ist uns wichtig!


Hessischer
Waldbesitzerverband e.V.
Taunusstraße 151
61381 Friedrichsdorf/Taunus
Telefon: 06172-7047
Telefax: 06172-599253

 

E-Mail: info@hesswald.de

© 2006 Hessischer Waldbesitzerverband e.V.   |   Impressum