04.12.2009 | Politik unterm Weihnachtsbaum
Waldbesitzerverband übergibt 10 Meter hohe Küstentanne aus dem Taunus
für das Eingangsportal der Hessischen Staatskanzlei
„Wir unterstützen die Politik bei allen Bemühungen um mehr Umweltschutz“, sagt
Waldbesitzerpräsident Michael Freiherr von der Tann im Gespräch mit dem Hessischen
Ministerpräsidenten Roland Koch. Der Waldbesitzerverband arbeite mit der Landesregierung bei ihrem
Ziel zusammen, die erneuerbaren Energien nach vorne zu bringen und den Naturschutz in die
Forstwirtschaft zu integrieren. Bei den zahlreichen Änderungen der Umweltgesetze müsse die Politik
aber darauf achten, dass die Forstwirtschaft nicht weiter eingeschränkt wird.
Die über 1000 hessischen Forstbetriebe sichern Arbeit und Einkommen im
ländlichen Raum und liefern den Großteil der Rohstoffe für die rund 11.000 holzverarbeitenden
Betriebe in Hessen. Forst- und Holzwirtschaft bringen in Hessen zusammen jährlich 3,3 Milliarden
Euro Bruttowertschöpfung. „Um das auch in schwierigen Zeiten weiter zu leisten, brauchen die
produzierenden und verarbeitenden Betriebe Handlungsfreiräume, wie sie ihren Wald bewirtschaften,“
so von der Tann. „Es ist mit dem Selbstverständnis der Forstwirtschaft nicht vereinbar, wenn immer
mehr Waldflächen zum Totalreservat erklärt werden“. Er wandte sich damit gegen die
Naturschutzstrategie der Bundesregierung, die fünf Prozent der Wälder in Deutschland aus der
Nutzung nehmen will. Denn Bund und Länder fordern die Forstwirtschaft gleichzeitig auf, mehr Holz
für die Industrie und als Energieträger bereitzustellen. Hier müsse die Politik für Klarheit
sorgen.
Bei der Übergabe des Weihnachtsbaums sprach von der Tann mit dem Hessischen
Ministerpräsidenten über verschiedene aktuelle Beispiele, bei denen zum Teil erhebliche Nachteile
für die Forstwirtschaft entstehen könnten. Die sehr erwünschte Änderung des Bundeswaldgesetzes
dürfe nicht zum Einfalltor für weitere Beschränkungen der Forstwirtschaft werden. Vielmehr müsse
die Politik eine Lösung erarbeiten, wie die negativen Auswirkungen der ständig zunehmenden
Freizeitnutzung des Waldes auf den Naturschutz, das Wild und die Forstwirtschaft eingedämmt werden
können. Der in Hessen inzwischen etablierte Vorrang vertraglicher Regeln im Naturschutz mit den
Waldbesitzern müsse auch im Bundesnaturschutzgesetz verankert werden. Ganz erhebliche Probleme
sehen die Waldbesitzer auch, wenn in Hessen der Staatswald nach den Regeln des Forest Stewardship
Council (FSC) zertifiziert würde.