04.02.2010 | Nachhaltige Forstwirtschaft ist Teil der Lösung

Waldbesitzerverband fordert eine schlüssige Politik für eine rentable und nachhaltige Forstwirtschaft
„Unsere nachhaltig bewirtschafteten Wälder sind ein Teil der Lösung globaler Umweltprobleme“, sagt Waldbesitzerpräsident Michael Freiherr von der Tann am 4. Februar vor den Waldbauern in Sontra Berneburg. Er nannte die Vernichtung der Wälder in anderen Teilen der Erde, die Überfischung und Verschmutzung der Meere sowie stetig steigenden Energieverbrauch als wesentliche Bedrohungen der Umwelt. Biologische Vielfalt gehe in unseren Breiten durch Umweltverschmutzung, den Klimawandel und zunehmende Flächenversiegelung verloren. „ Die Biotopkartierung hat ergeben, dass unsere nachhaltig bewirtschafteten Wälder zum Rückzugsgebiet für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten geworden sind. Wer etwas für den Umwelt- und Naturschutz tun will, der sollte die Wirtschaftsbedingungen für die Forstbetriebe verbessern“, betonte von der Tann.
Nachhaltigkeit sei ein Wirtschaftsprinzip. In der Diskussion über eine Nachhaltigkeitsstrategie entstehe gelegentlich der Eindruck, es gehe hierbei nur um maximalen Natur- und Umweltschutz. „Diese Schieflage gilt es zu korrigieren“, so der Waldbesitzerpräsident. Die Forstwirtschaft arbeite seit langem nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Es gehe heute darum, die Ertragsmöglichkeiten der Forstbetriebe zu erhalten, um Arbeit und Einkommen für die im Wald beschäftigten Menschen zu sichern. Steigende Arbeitskosten, stagnierende Holzpreise und stetig zunehmende Auflagen für die Bewirtschaftung der Wälder führen dazu, dass mit Forstwirtschaft in Deutschland kaum noch Geld verdient werden kann. „Die Ökonomie im Wald muss stimmen, sonst geht der Forstwirtschaft das verloren, weshalb sie international so viel beachtet wird, nämlich die Nachhaltigkeit“, fordert von der Tann.
Der Waldbesitzerverband unterstützt das Energiekonzept der Hessischen Landesregierung vor allem bei dem Bestreben, nachwachsende Rohstoffe wie Holz als Energieträger, voranzubringen. Im Naturschutz sollen vorrangig Verträge mit den Waldbesitzern geschlossen werden, um Nachteile für die Betriebe abzufedern und den Naturschutz in die Waldwirtschaft zu integrieren. Diese Bedingungen schaffen Vertrauen und sind Teil einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Derzeit diskutiere die Politik darüber, immer mehr Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen, noch höhere Anforderungen durch Naturschutzleitlinien und Zertifizierungsstandards im Staatswald einzuführen. Das verunsichere Förster und Waldbauern, wie auch die Holzindustrie, die auf eine zuverlässige Rohstoffversorgung angewiesen ist. „Wir wünschen uns eine Politik für den ländlichen Raum aus einem Guss und mit klaren Lösungen“, sagt von der Tann. Es dürfe nicht sein, dass sich die Bremsspuren für das Umdenken und Umsteuern in der Politik in unseren Wäldern wiederfinden.

 

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