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Wem der Wald gehört

Der Wald ist für viele Menschen ein Stück Natur, in der sie sich erholen, in dem Tiere und Pflanzen noch ungestört leben. Der Wald ist aber auch Eigentum, Vermögenswert und Arbeitsplatz. Die Eigentümer sind verantwortlich für den Wald, sie erhalten, pflegen und nutzen ihn. Sie sind für die Verkehrssicherheit an öffentlichen Straßen verantwortlich und sorgen dafür, dass nach Stürmen Wege wieder freigeräumt werden und geworfene und gebrochene Bäume beseitigt werden. Wenn Sie gerade Wald gekauft oder geerbt haben, finden Sie hier viele Tips und Empfehlungen.

Die gesamte Waldfläche in Hessen beträgt 894.180 Hektar1. 218.746 Hektar Wald in Hessen (25 Prozent) gehören rund 60.000 privaten Waldeigentümern und 370 Gemeinschaftswälder. 324.320 Hektar Wald (35 Prozent) gehört 418 waldbesitzenden Kommunen. Dem Land Hessen als größter Waldeigentümer gehören 341.000 Hektar (40 Prozent).

Quelle: Bundeswaldinventur III;  www.bundeswaldinventur.de

Waldeigentümer tragen Verantwortung für ihren Wald

Privatwald

Die nachfolgende Generation früh an die Zusammenhänge und die Arbeit im Wald heranführen

Der private Waldbesitz in Hessen ist meist seit vielen Generationen in der Hand von Familien. Verstreut im ganzen Land liegen große und kleinste Priwatwälder eng verwoben mit staatlichem und kommunalem Waldbesitz. Große Forstbetriebe gehören meist alt eingesessenen Familien mit eigener Forstverwaltungen. Etliche mittelgroße Privatforsten werden im Auftrag der Eigentümer von der staatliche Forstverwaltung Hessen-Forst betreut. In Realteilungsgebieten sind oft Hunderte kleiner Waldparzellen in der Hand meist ortsansässiger Bürger. Vor allem auf den Dörfern gehören viele kleine Waldparzellen zu landwirtschaftlichen Betrieben. Aus diesem Bauernwald decken noch heute kleine landwirtschaftliche Betriebe ihren Bedarf an bauholz, Holz für Weidepfähle und Stangen sowie Brennholz. Die Erträge aus dem Wald tragen je nach Größe des Waldbesitzes zum Familieneinkommen bei. Der Wald ist für viele kleinere Waldbesitzer stille Reserve für schlechte Zeiten.

Gemeinschaftswald

Die Vorstände der Gemeinschaftswald lassen sich beim Holz sortieren und bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder gerne vom staatlichen Förster beraten

Nördlich der Wetterau liegen die zum Privatwald zählenden Gemeinschaftswälder. Über 370 altrechtliche Eigentümergemeinschaften bewirtschaften in Hessen ihre Wälder, die zusammen etwa 40.000 Hektar Fläche umfassen. Die einzelnen Betriebe zwischen 20 und 800 Hektar Größe gehören zum Teil seit mehreren Hundert Jahren Gemeinschaften  von 20 bis 160 meist ortsansässigen Bürgern. Jeder hat einen ideellen Anteil am gesamten Waldvermögen. Sie entscheiden gemeinsam, wie der Wald bewirtschaftet wird und was mit den Erträgen geschieht. In vielen dieser Haubergsgenossenschaften, Waldinteressentenschaften oder Markwälder werden Forstbetriebsarbeiten von einigen der Anteilseigentümer selbst geleistet. Sie ernten Holz, legen neue Waldkulturen an und pflegen sie, bauen Zäune und durchforsten junge Waldbestände. Die meisten der Gemeinschaftswälder werden von der staatlichen Forstverwaltung Hessen-Forst fachlich betreut.

Mit dem neuen Hessischen Waldgesetz wurden im § 20 die Rechtsgrundlagen der Gemeinschaftswälder neu geregelt. Ende 2015 trat eine neue Verordnung über die Organisation von Gemeinschaftswald in Kraft, in der die wichtigsten Grundregeln für die Beschlussfassung, die Rechte und Pflichten der Eigentümer und die Zusammenarbeit festgelegt sind. Ihre internen und externen Rechtsverhältnisse regeln die Gemeinschaftswälder in Satzungen, die im Jahr 2016 an die neuen Rechtsgrundlagen angepasst werden müssen.  Nach außen werden die Gemeinschaftswälder von einem gewählten Vorstand vertreten. Alle wichtigen Entscheidungen werden in der Eigentümerversammlung getroffen.

Im hessischen Waldbesitzerverband sind die Gemeinschaftswälder in einer Landesgruppe zusammengeschlossen, die einen eigenen Vorstand hat. Der Vorsitzende vertritt die Gemeinschaftswälder im Präsidium des Hessischen Waldbesitzerverbandes.

 Kommunalwald

Über 400 Kommunen in Hessen besitzen Wald, insgesamt 324.320 Hektar. Für die Kommunen ist der Wald eine bedeutende Naturressource. Vor allem in den ländlichen Kommunen mit großen Forstbetrieben spielen die Erträge aus dem Wald zum Teil eine erhebliche Rolle für den Haushalt. Der Wald ist Arbeitsplatz für Waldarbeiter, Förster, Lohnunternehmer. Das produzierte Holz wird in den Sägerwerken, Zimmereien, Möbelfabriken, Parkettfirmen, oder in der Furnier-, Spanplatten- und Papierindustrie im Umkreis verarbeitet. Wertvolle Hölzer gelangen auch in den Export.

In den Ballungsgebieten ist der Wald vorrangig Erholungsort, Wasser- und Luftfilter, Schallschutz und Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen. Er gestaltet die Landschaft und bietet Ruhezonen im städtischen Trubel. Doch auch die Erträge aus der forstwirtschaftlichen Nutzung in den ballungsraumnahen Wäldern sind bedeutend für die Kommunen.

Die Ziele für die Bewirtschaftung der kommunalen Wälder legt die Kommune als Eigentümer selbst fest. Es  ist ihre Aufgabe, das Betriebsgeschehen im Forstbetrieb durch ihre Vorgaben im jährlichen Wirtschaftspläne und die Überwachung der Wirtschaftsergebnisse zu steuern.

Die meisten kommunalen Wälder werden von der staatlichen Forstverwaltung Hessen-Forst betreut. Einige der Kommunen bewirtschaften ihren Wald jedoch mit eigenem forstlichem Fachpersonal oder lassen sich von qualifizierten Forstdienstleistungsunternehmen betreuen.

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