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Hinz setzt mit FSC falsche Signale

Klimawandel erfordert flexible Anpassung durch aktiven Waldbau

Der Hessische Waldbesitzerverband hält die politisch verordnete FSC-Zertifizierung des Staatswaldes für eine folgenschwere Fehlentscheidung der Hessischen Landesregierung. Ministerin Hinz strebt stabile Wälder an, die mit den veränderten Klima- und Witterungsbedingungen zurecht kommen. Dazu müssen die Waldeigentümer und ihre Förster mit aktiven waldbaulichen Maßnahmen sehr flexibel reagieren können. Statt der Forstwirtschaft pragmatische Lösungen zu ermöglichen, macht das Forst-Zertifizierungssystem FSC kostenintensive starre Vorgaben und errichtet bürokratische Hürden.

Nach Sturmschäden im Wald, wie im Januar wieder geschehen, müssen die Förster gefälltes Fichtenholz ohne zusätzliche Bürokratie mit biochemischen Mitteln gegen Borkenkäferbefall schützen können. Das ist mit FSC fast unmöglich.

Der Anbau bestimmter Baumarten muss sich nach ihrer Standorteignung und Klimaanpassungsfähigkeit richten. Den Anbau von Baumarten zu begrenzen, nur weil sie aus anderen Ländern stammen ist sachfremd und schränkt die Handlungsmöglichkeiten der Förster unnötig ein. Hier ist FSC vollkommen unflexibel.

Politik und Medien fördern falsches Naturverständnis

Der Klimawandel wird seit Jahren durch steigende Durchschnittstemperaturen und stärkere Witterungsextreme, wie Trockenperioden, lokale Starkregen im Sommer und Stürme spürbar. Die Wälder sind unberechenbaren Risiken ausgesetzt, die Waldeigentümer und Förster durch aktives Handeln verringern können. Als Folge von Hitze und Trockenheit absterbende Bäume und durch Stürme zerstörte Wälder sind nicht mehr die Ausnahme, sondern werden zur Daueraufgabe der Förster. Die Wälder zu erhalten und klimastabil zu entwickeln in einem so waldreichen Land, wie Deutschland ist eine äußerst anspruchsvolle Herausforderung für Waldeigentümer und Förster. Statt den staatlichen Forstbetrieb auf Steuerzahlerkosten mit zusätzlichen Zertifizierungsauflagen zu gängeln, sollte Hinz den Förstern vertrauen.

FSC fordert, 10 Prozent der Waldfläche ungenutzt zu lassen. In der Bevölkerung etabliert sich dadurch die Haltung, ein ungenutzter und sich selbst überlassener Wald sei am besten für den Naturschutz und könne dem Klimawandel widerstehen. Diese Auffassung ist fachwissenschaftlich widerlegt und sorgt für ein falsches Naturverständnis. Nachhaltig und naturnah bewirtschafteter Wald leistet in vielfältiger Weise einen wesentlich größeren Beitrag zum Klimaschutz, zum Naturschutz, zum Gewässerschutz und für die Erholung. Hinz wäre gut beraten, der fachlichen Expertise und Praxiserfahrung der Forstwissenschaftler mehr Gehör zu schenken.

Veröffentlicht unter: Allgemein

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