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Wald braucht dringend Hilfe

Kanzleramtsminister Braun besichtigt stark geschädigten Wald bei Giessen.

Der Hessische Waldbesitzerverband freut sich über den Besuch von Kanzleramtsminister Professor Helge Braun am Samstag, dem 13. Juli, im Privatwald Blei in Reiskirchen Ettingshausen. In der katastrophalen Lage des Waldes ist es von sehr großer Bedeutung für die Forstwirtschaft, wenn sich der Chef des

Bundeskanzleramtes vor Ort selbst ein Bild macht. (Fotos: S. Fischer)

Die Wälder in Hessen haben durch die extremen Witterungsereignisse des Jahres 2018 schwere Schäden erlitten und erleiden sie noch immer. Schadorganismen, wie Borkenkäfer, Pilze aber auch Schmetterlinge konnten sich in dem trockenen und heißen Sommer bis Ende Oktober massenhaft vermehren. Es gibt kaum eine Baumart in Hessen, die das letzte Jahr schadlos überstanden hat.

Auch der 200 Hektar große Wald der Familie Blei ist schwer betroffen. Seit dem Jahr 1984 haben mehrere Stürme den Wald verwüstet und die Familie Blei hat unermüdlich jedesmal wieder das Schadholz aufgeräumt und auf etlichen Hektar Kahlflächen überwiegend heimische Bäume neu angepflanzt. Die Dürre des Sommers 2018 und zahlreiche Schadorganismen bringen diese etwa 35 Jahre alten Wälder jetzt zum Absterben.

Auf großer Fläche sterben Fichten, Kiefern und Buchen. Junge Bäume sind genauso stark betroffen, wie alte Bäume. Die Baumart Esche geht durch das Eschentriebsterben in Hessen – und auch im Wald der Familie Blei – verloren. Das hat weitreichende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Denn der Wald ist die größte CO2-Senke und die grüne Lunge Deutschlands. Seine Rolle im Wasserkreislauf, zur Erhaltung der Artenvielfalt und für den Klimaschutz ist unersetzlich. Den Wald zu erhalten geht alle Bürger des Landes an.

Die privaten und kommunalen Forstbetriebe müssen derzeit sehr hohe Kosten für die Aufarbeitung des geschädigten Holzes tragen, ohne das Holz am Markt absetzen zu können. Die Holzqualität wird in kurzer Zeit durch Pilze und Insekten sehr stark gemindert, so dass auch ein späterer Absatz des Schadholzes sehr ungewiss ist. Da vom Borkenkäfer befallene Bäume umgehend gefällt werden müssen, um deren weitere Vermehrung einzudämmen, müssen Kosten weiter vorfinanziert werden. Viele Forstbetriebe haben inzwischen keine liquiden Mittel und auch keine Rücklagen mehr, um die notwendigen Arbeiten im Wald bezahlen zu können. Wenn es nicht gelingt, die Schäden aufzuräumen und neuen Wald anzupflanzen, werden Teile der Wälder versteppen und ihre vielfältigen Funktionen im Klima- und Artenschutz nicht mehr erfüllen können.

Die Waldbesitzer unterstützen den Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, ein „Mehrere Millionen Bäume Programm“ aufzulegen und aus den Mitteln des Klimafonds zu finanzieren. Diese finanzielle Unterstützung der Waldeigentümer und Forstbetriebe ist dringend notwendig, damit sie die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung der  Wälder stemmen können.   

Veröffentlicht unter: Allgemein

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